Wandern in den Wolken

"Ein sonniges Herbstwochenende mit kleinen, örtlich begrenzten Nebelfeldern erwartet uns" -so der Wetterbericht am Freitag, vor einer Woche. Dazu noch die Zeitumstellung, die mich eine Stunde länger schlafen und mir trotzdem noch die Gelegenheit lassen würde, entspannt den Sonnenaufgang zu fotografieren. Beste Vorraussetzungen also für tolle Landschaftsaufnahmen. Das lasse ich mir natürlich nicht zwei mal sagen. Also packe ich meine Sachen zusammen und finde ich mich am Sonntagmorgen um 6 Uhr (eigentlich ja 7 Uhr) auf der Straße Richtung Rhön wieder. Mit dabei sind meine Freundin, und Sebastian - Freund und ebenfalls Fotograf. 

Nach einer einstündigen Fahrt erreichten wir unser erstes Ziel. Die Wasserkuppe - mit knapp 1000 Metern, der höchste Berg der Rhön. Eigentlich kein schlechter Platz für tolle Sonnenaufgangsbilder. Doch leider stellte sich heraus, dass die "örtlich begrenzten Nebelfelder" sich an diesem Tag, ausschließlich auf unsere Örtlichkeiten zu begrenzen schienen - kurz gesagt es war ungefähr, so neblig wie beschlagene Brillengläser. Schade dachten wir uns, aber hey. Wir sind ja eben erst angekommen und würden auch noch eine Weile bleiben. Wer weiß, vielleicht klart es ja irgendwann noch auf...

Also vertrieben wir uns zunächst die Zeit mit einer kleinen Wandertour. Es ging vorbei an einer Kuhweide hinunter ins Tal, weiter zum Gukaisee und wieder eine sehr steile Passage bergauf, bis wir schließlich an einem weiteren hohen Berg ankamen - dem Pferdskopf. Keine Ahnung, warum dieser Berg so heißt und was die Assoziation mit einem Pferd soll, aber eines ist sicher. Dieser Berg war auch verdammt hoch! Genauer gesagt 875 Meter. Leider hatten wir hier aber auch das selbe Problem. Beim Besteigen des Berges, hatte man das Gefühl direkt in die Wolken zu klettern. 

Nachdem wir den Gipfel bestiegen und trotz Nebel einige Fotos geknipst hatten, machten wir uns wieder an den Abstieg. Es ging nochmals vorbei an einer Kuhweide und im Anschluss wieder steil bergauf. Und zack, waren wir... klar, wieder auf der Wasserkuppe. Der Nebel ließ uns nämlich irgendwie im Kreis laufen. Später stellte sich die zweite Kuhweide, übrigens auch als die erste heraus. Wir hatten hier also heute wirklich kein Glück. 

Aber einfach so aufgeben wollten wir auch nicht. Deshalb fuhren wir noch zu einem anderen Spot - dem Schwarzen Moor. Ein recht großes Areal, das man auf einem Endlosholzpfad erkunden kann. Hier war es zwar nicht ganz so neblig wie oben auf den Gipfeln, trotzdem wollte das Wetter nicht wirklich so wie wir wollten, weshalb wir uns dazu entschlossen wieder die Heimreise anzutreten. 

 

Aber auch wenn wir fotografisch gesehen vielleicht etwas "Pech" hatten, hat mir der Tag trotzdem sehr viel Spaß gemacht. Nicht nur, dass ich extrem gerne wandern gehe und die Natur genieße. Nein, ich wurde auch durch die Berge und den Nebel immer wieder an eine meiner coolsten Reisen vor über 10 Jahren erinnert - Schottland. Außerdem hatte ich ja auch sehr nette Begleitung dabei, was mich das schlechte Wetter schnell vergessen ließ. Und ganz so viel fotografisches Pech war es am Ende dann doch nicht. Ganz im Gegenteil. Durch das Fotografieren mit schlechten Bedingungen habe ich wieder eine ganze Menge dazu gelernt. Und ehrlich gesagt, finde ich einige der Bilder im Nachhinein ziemlich interessant. Was meinst du? 

Kontakt

andreas@zeitportrait.de 

0157 / 588 992 78